3. DEUTSCH-SLOWAKISCHES WIRTSCHAFTSGESPRÄCH: Zukunft der Energieversorgung – vertreten Deutschland und Slowakei fundamentale Gegensätze?
(03.07.2012) Deutschland steigt aus der Kernkraft aus und will in Zukunft noch mehr auf Erneuerbare Energien setzen. Die Slowakei indes hält unbeirrt am Ausbau des Atomkraftwerks Mochovce fest und fährt die Förderung von Erneuerbaren zurück. Auf diesen Widerspruch in den energiepolitischen Konzepten beider Länder gehen beim heutigen Deutsch-slowakischen Wirtschaftsgespräch u.a. Ministerpräsident Robert Fico (Smer-SD) und der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) ein.
Deutschland forciert die Energiewende. Bis zum Jahr 2022 werden alle deutschen Kernkraftwerke stufenweise abgeschaltet. Erneuerbare Energien sollen bis dahin über 35 Prozent des Strombedarfs in Deutschland decken, aktuell sind es 20 Prozent. Ihren Ausbau möchte die Bundesregierung in den kommenden Jahren zügig vorantreiben. Das größte Potenzial messen Experten des Bundesumweltministeriums der Windkraft zu. Schon jetzt stehen fünf Milliarden Euro Fördergelder für die Investition in zehn Offshore-Windparks bereit. Flankiert wird das Konzept durch Maßnahmen zu Energieeinsparungen, insbesondere im Gebäudebereich, sowie dem Ausbau der Stromnetze.
Klaus Töpfer, der sich in der deutschen wie auch internationalen Politik stets für eine grüne Energieversorgung eingesetzt hat, wird auf dem heutigen Deutsch-slowakischen Wirtschaftsgespräch in Bratislava das Modell der Energiewende in Deutschland vorstellen und mit slowakischen Gesprächspartnern diskutieren. Als Vertreter der slowakischen Regierung werden Ministerpräsident Robert Fico und Wirtschaftsminister Tomáš Malatinský erscheinen.
In der im Mai verabschiedeten Regierungserklärung setzen Fico und sein Kabinett ausdrücklich auf die Kernkraft als den mit Abstand wichtigsten Energieträger der Slowakei. Gleichwohl bekennen sich die Verfasser zu einer höheren Nutzung Erneuerbarer Energien, insbesondere im Hinblick auf Wasserkraft und Biomasse. Zuletzt sind jedoch die Einspeisetarife für grünen Strom teilweise gekürzt worden.
Unterschiedliche Positionen bieten Gelegenheit für eine spannende Diskussion, in die sich auch Konrad Kreuzer (Západoslovenská energetika a.s.) und der Leiter von Greenpeace Slovensko Juraj Rizman einbringen werden.
Kontakt: Markus Halt, E-Mail: dsihk%27%sk,halt, Tel.: +421 2 2085 0634
Informationen zum Wirtschaftsgespräch
Veranstaltungsort und –termin:
Das Deutsch-slowakische Wirtschaftsgespräch beginnt morgen Nachmittag (4.7.) um 14 Uhr im Hotel Crowne Plaza in Bratislava. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Organisatoren:
Die Deutsch-Slowakische Industrie- und Handelskammer wurde 2005 in Bratislava gegründet und versteht sich als Forum für deutsche und slowakische Unternehmen. Die Kammer vertritt die Interessen von 300 Mitgliedsfirmen, die in der Slowakei 75.000 Mitarbeiter beschäftigen und Umsätze im Wert von 13 Milliarden Euro erzielen. Die DSIHK gehört zum weltweiten Netz der deutschen Auslandshandelskammern. Dachverband ist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit Sitz in Berlin.
Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Pressburg gehört seit 1993 zu den weltweit etwa 230 deutschen Auslandsvertretungen. Die Pflege der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit der Slowakei, die Zusammenarbeit im kulturellen Bereich sowie die konsularische Unterstützung deutscher Staatsangehöriger zählen zu ihren Kernaufgaben. Dabei kooperiert die Botschaft eng mit den im Lande ansässigen deutschen Institutionen wie Goethe-Institut und Auslandshandelskammer.
Die Veranstaltung erfolgt mit freundlicher Unterstützung von Západoslovenská energetika a.s.