Deutschkenntnisse haben einen großen Mehrwert

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Ohne Fremdsprachenkenntnisse geht es nicht: für eine Karriere in der Wirtschaft sind sie wichtig. Das geht aus einer Umfrage unter 141 deutschen und österreichischen Investoren in der Slowakei durch. Für diese Firmen ist Deutsch zugleich die wichtigste Fremdsprache. Jedoch wird es zunehmend schwieriger, Bewerber mit entsprechenden Kenntnissen auf dem slowakischen Arbeitsmarkt zu finden.
Für nahezu alle befragten Firmen (96,5%) spielen Fremdsprachenkenntnisse eine wichtige Rolle für die Karriere im jeweiligen Unternehmen. Kein Wunder, denn die Hauptarbeitssprache des Top-Managements bei sieben von zehn Umfrageteilnehmern ist entweder Deutsch (43,3%) oder Englisch (26,2%). Generell schätzt beinahe jeder zweite (47,5%) Deutsch als die wichtigste Fremdsprache in seinem Unternehmen ein.
„Englisch hat sich auch in der Slowakei als wichtigste internationale Geschäftssprache durchgesetzt. Unsere Umfrage zeigt ganz eindeutig, dass Deutschkenntnisse für die Karriere in der Slowakei einen greifbaren Vorteil bieten“, kommentiert Guido Glania, Geschäftsführer der Deutsch-Slowakischen Industrie- und Handelskammer (DSIHK), die Ergebnisse. Auffallend sei zudem, dass viele der befragten Firmen (27,7%) Wert darauf legten, dass ihre Mitarbeiter Deutsch und Englisch gleichermaßen gut beherrschten.
Die staatlichen Schulen sind nach wie vor der häufigste Lernort für den Erwerb berufsbezogener Fremdsprachenkenntnisse. Dies trifft auf über die Hälfte der Mitarbeiter in den befragten Unternehmen (52,5%) zu. Stark im Trend liegen aber auch betrieblich durchgeführte Sprachtrainings (49,6%) und der Besuch von Kursen in ausländischen Sprachinstituten (39%).Weil der Fremdsprachunterrricht an den staatlichen Schulen eine wichtige Rolle spielt, stimme es bedenklich, dass immer weniger Schüler Deutsch lernten, erklärt DSIHK-Chef Glania. „Seit 2011 hat die Zahl der Deutschlerner an den Schulen um insgesamt 25% abgenommen. Allein im letzten Jahr betrug der Rückgang sogar 18%“, so Glania.
Die Umfrage untersuchte ferner, wie die Unternehmen das Angebot auf dem slowakischen Arbeitsmarkt an Bewerbern mit Deutschkenntnissen einschätzen. Mehr als zwei Drittel der Investoren (67,4%) können ihren Bedarf an deutschsprachigen Mitarbeitern nicht ohne Weiteres decken. Die klare Mehrheit (59,6%) gab in diesem Zusammenhang an, dass sich die Bewerberlage in den letzten fünf Jahren verschlechtert habe, wenn Deutschkenntnisse als Einstellungskriterium erforderlich waren. „Der rückläufige Trend bei den Deutschlernern an den Schulen schlägt sich mittlerweile auf den Arbeitsmarkt durch“, stellt Hans Christian Kügerl, Handelsrat der österreichischen Botschaft in der Slowakei und Leiter von ADVANTAGE AUSTRIA Bratislava, fest. „Viele Firmen mit Bedarf an deutschsprachigen Mitarbeitern müssen deshalb den Rekrutierungsaufwand erhöhen oder auf eigene Faust in die sprachliche Weiterbildung investieren“, ergänzt DSIHK-Geschäftsführer Guido Glania.
Insgesamt seien die Rahmenbedingungen, um in der Slowakei Deutsch zu lernen, noch günstig, hält Glania fest. Deutschland und Österreich bieten vielfältige Unterstützung an, damit alle Menschen in der Slowakei, die die deutsche Sprache erlernen wollen, dies auch tun können. So gehören 38 slowakischen Schulen dem Netzwerk der Partnerschulen PASCH-net.de an. Dabei setzen sie auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem slowakischen Bildungsministerium. Ein Beispiel für die Sprachförderung in Reihen der Wirtschaft ist die Volkswagen-Stiftung, die sich in der Vermittlung von Deutschkenntnissen an slowakische Kinder und Jugendliche engagiert.

Deutschkenntnisse haben einen großen Mehrwert

Fremdsprachenumfrage 2017