20 Jahre Museum der Karpatendeutschen in der Slowakei

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Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung wurde am 20. November 2014 der  20. Jahrestag der Gründung  des Karpatendeutschen Museums  gewürdigt . Vertreter des Nationalmuseums, vieler Partnermuseen und eine große Zahl von Karpatendeutschen aus der ganzen Slowakei waren präsent.
Mitglieder des Karpatendeutschen  Vereins beteiligten sich mit einem musikalischen Beitrag, der daran erinnerte, dass auch Brauchtumspflege ein wesentlicher Teil  beim Bewahren überlieferter Spuren und Traditionen ist. Dr. Ondrej Pöss, Direktor des Karpatendeutschen Museums schilderte in seiner Begrüßungsrede sehr anschaulich den Aufbau des Museums aus kleinen Anfängen bis heute mit einer sehr breiten Aufgabenstellung, die  auch die wissenschaftlich-historische Aufarbeitung der Vergangenheit mit einschließe. Hierzu erinnerte er insbesondere an die ethnische und kulturelle Vielfalt  Europas insgesamt und speziell dem Siedlungsgebiet der  heutigen Slowakei.

In Vertretung von Botschafter Dr. Götz  würdigte Botschaftsrat  Berndt Oesterlen die Leistungen des Museums und insbesondere seines Direktors Dr. Ondrej Pöss.  Mit diesem und den anderen Museen der Minderheiten zeige die Slowakische Republik, dass sie den in ihrer Verfassung festgeschriebenen Schutz von Minderheiten und ihrer Rechte nicht als „Verfassungstheorie“ behandele, sondern mit Leben erfülle. Dies verdiene besondere Anerkennung und sei nicht selbstverständlich.

 Die schon seit dem 13. Jahrhundert in erheblichem Ausmaß  erfolgte  Besiedlung der Karpaten auch mit Menschen deutscher Herkunft zeige ein Europa, dass seit Jahrhunderten ethnisch und kulturell mit einander verwoben sei. Als historischer Bezugspunkt: dies geschah ein Vierteljahrtausend, bevor Amerika überhaupt entdeckt wurde. Die „Idee Europa“ habe also sehr tiefgreifende historische Wurzeln. Aber auch wenn es noch einen Konsensus  zum Weg Europas zu einer Einheit gäbe, so lasse das tagespolitische Agieren befürchten, dass man von diesem Weg abkommen könnte. Ein stärkeres Bewusstsein von wo wir kommen könnte dabei helfen,  zu entscheiden wohin wir  bei allen Schwierigkeiten wirklich gehen  wollen. Hierzu können gerade Museen einen wichtigen Beitrag leisten.

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20 Jahre Museum der Karpatendeutschen in der Slowakei