Das Neszter-Palais

Eingang mit Satyren Bild vergrößern Zwei Statuen von Satyren stützen den Balkon über dem Haupeingang (© Deutsche Botschaft Pressburg) Das Neszter-Palais und heutige Kanzleigebäude der Deutschen Botschaft befindet sich auf einem Gebiet, auf dem ursprünglich der Festungsgraben und die Steinmauer Pressburg schützten. Nach dem Abriss der Mauer (1774) und der Zuschüttung des Wassergrabens begann eine intensive Bebauung der freien Flächen: die gutsituierten Stadtbürger und Aristokraten ließen sich hier Paläste bauen. So entstand eine Reihe von Patrizierhäusern auf dem heutigen Hviezdoslav-Platz, unter ihnen auch das bekannte und historisch sehr interessante Neszter-Palais.

Seinen Namen erhielt das Palais von Josef Neszter, der es als Comitats-Vorsteher im Jahre 1856 erbauen ließ. Josef Neszter hatte während der Zeit des Bach-Absolutismus als Sohn eines Zimmermanns und als Richter eine steile Karriere gemacht. Während des österreichisch-preußischen Kriegs (1866) bekleidete er als General das Amt des Vorsitzenden des Sicherheitsausschusses der Stadt. Am 26. Mai 1889 starb Josef Neszter und wurde als geachteter Bürger auf dem Andreas-Friedhof (Ondrejský Cintorin) beigesetzt.

Den Bauauftrag erteilte er dem Architekten Ignác Feigler. Nach seinen Plänen wurde die westliche Vorderseite des Hauses unterhalb des Dachs mit einem mit Reliefs geschmückten Giebel dekoriert. Zwei Statuen von Satyren stützen den Balkon über dem Haupteingang. Unter jedem der 12 Fenster der ersten Etage auf nördlicher und östlicher Seite befindet sich ein Relief, das jeweils einen Monat allegorisch darstellt: zu sehen sind spielende oder arbeitende Kinder im Puttenstil. Lange Zweige mit Eichenblättern schmücken das Gesims oberhalb des Erdgeschoßes.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Neszter-Palais als Wohnhaus, in den 60er und 70er Jahren als Finanzamt genutzt. In den 80er Jahren befand sich hier die philosophische Instituts der Slowakischen Akademie der Wissenschaften. Der Innenraum des Neszter-Palais wurde in dieser Zeit entkernt und neu gestaltet. Seit 1996 befindet sich im Neszter-Palais die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland.

Mit herzlichen Dank an Herrn PhDr. Štefan Holčík für die Unterstützung bei der historischen Rekonstruktion.

Über das Palais Neszter